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Ausstellung 6. bis 18. Juli 2026: Jin, Jiyan, Azadî – Die Errungenschaften der Frauenrevolution

Eröffnung der Ausstellung mit Bürgermeisterin Barbara Akdeniz am Mo, 6. Juli 2026 um 17 Uhr im Justus-Liebig-Haus.

Der Darmstädter Solidaritätskreis Kurdistan – Rojava zeigt vom 6. bis 18.7.2026 im Liebighaus in Darmstadt die Ausstellung „Jin, Jiyan, Azadî – Die Errungenschaften der Frauenrevolution in Rojava“. Initiiert und kuratiert wurde die Ausstellung von „Women Defend Rojava“. Gezeigt wird, wie in den Jahren seit 2012 in Rojava im Norden Syriens ein selbstorganisiertes demokratisches Rätesystem aufgebaut wurde.

Die Gesellschaft unternahm den Versuch, ungeachtet aller sozialer, kultureller und religiöser Unterschiede einen gesellschaftlichen Neuaufbau in diesem vom Krieg stark betroffenen Land in Gang zu setzen.

Von Beginn an haben Frauen in diesem Prozess eine Vorreiterinnenrolle gespielt. Die Befreiung der Frau wurde in das Zentrum des Kampfes für eine freie Gesellschaft und ein friedliches Zusammenleben gestellt.

Öffnungszeiten

MoDiMiDoFrSaSo
geschl.9 bis 19 Uhr10 bis 17 Uhr10 bis 19 Uhr10 bis 17 Uhr10 bis 16 Uhrgeschl.

Die Ausstellung „Jin, Jiyan, Azadî“ wirft einen Blick auf die verschiedenen Lebensbereiche, in denen die Frauen der Region ihre selbstverwalteten Strukturen aufgebaut haben.

Diese selbstverwalteten und rätedemokratischen Strukturen sind aktuell sehr stark bedroht, da die syrische Übergangsregierung unter dem Ex-Dschihadisten Al-Golani nach dem Vormarsch ihrer Milizen seit Januar 2026 große Gebiete der Selbstverwaltung in Nordostsyrien erobert hat.

Der zwischen der Selbstverwaltung der kurdischen Gebiete und der syrischen Übergangsregierung geschlossene Vertrag zur Beendigung der Kämpfe sah u.a. vor, dass die selbstverwalteten Strukturen in den kurdischen Gebieten erhalten bleiben, die kurdische Sprache respektiert und anerkannt wird, Kampfeinheiten YPG ebenso wie die Frauenverteidigungseinheiten YPJ in die neue syrische Armee übernommen werden.

Mitglieder der YPJ (Yekîneyên Parastina Jinê), den Selbstverteidigungseinheiten der Frauen Rojavas.

All diese Punkte aus dem Abkommen werden aber nur sehr schleppend oder gar nicht umgesetzt bzw. von der syrischen Übergangsregierung torpediert. So ist z.B. die Eingliederung der Frauenverteidigungseinheiten in die syrische Armee noch nicht umgesetzt, bzw. sie wird abgelehnt.

Die syrische Übergangsregierung will einen zentralistischen Staat und hat daher kein Interesse daran, auf lange Sicht das selbstorganisierte demokratische Rätesystem, in dem Frauen von Beginn an eine Vorreiterinnenrolle hatten, zu tolerieren.

Die Darmstädter Stadtverordneten haben in einem einstimmigen Beschluss gefordert, die bestehenden zivilgesellschaftlichen und demokratischen Strukturen in Nord-Ostsyrien nicht weiter zu destabilisieren und die Rechte der Frauen, von ethnischen und religiösen Minderheiten und die aufgebauten demokratischen Strukturen in Nord-Ostsyrien zu respektieren und zu schützen.

Wir, der Darmstädter Solidaritätskreis Kurdistan – Rojava, nehmen die Stadtverordnetenversammlung beim Wort und hoffen, dass die Ausstellung eine größere Öffentlichkeit findet und vielleicht ein kleines Mosaiksteinchen für den Schutz dieses Gesellschaftsmodells ist, gegen alle Interessen der großen weltpolitischen Mächte.

Die Schirmherrschaft für die Ausstellung hat Frau Bürgermeisterin Barbara Akdeniz übernommen. Sie wird auch die Rede zur Eröffnung der Ausstellung am Montag den 6.7. um 17:00 halten.

Annett Bender, von der „Stiftung der freien Frau Syriens“ (WJAS) ist eine der Mitinitiatorinnen der Ausstellung und wird eine Einführung dazu geben.